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Shopware vs. Shopify vs. Medusa: Was wann passt

Stand: 21. Mai 20264 Min Lesezeit

Was drin steht

  • Drei Shop-Stacks dominieren den DACH-Markt 2026: Shopware (DE, Premium-DACH-Mittelstand), Shopify (US, schnelle Lieferung mit Transaktionsgebühren), Medusa (Open-Source-Headless, ohne Transaktionsgebühren, EU-konform).
  • Shopify ist am schnellsten live (Stunden), aber kostet langfristig: 0.5-2 % Transaktionsgebühren plus monatliche App-Stacks.
  • Shopware bringt DACH-Compliance out-of-the-box, aber braucht ein 5-stelliges Budget für eine ernsthafte Implementierung.
  • Medusa ist Headless, Open-Source, ohne Transaktionsgebühren — ideal für Mittelstand mit eigenem Stack und EU-Datenresidenz-Anspruch.
  • Faustregel: Bis 10k €/Monat Shop-Umsatz und Standard-Sortiment → Shopify. Premium-DACH-Mittelstand mit Compliance-Anforderungen → Shopware. Maßgeschneiderte Marken-Erfahrung mit eingebauter Plattform → Medusa.

Wer 2026 einen Online-Shop bauen will, steht vor einer Entscheidung zwischen drei dominanten Stacks. Wir bekommen die Vergleichs-Frage in fast jedem Webshop-Beratungs-Call — und die Antwort ist nicht „der eine ist objektiv besser", sondern „der eine passt zu deinem Fall, der andere nicht". Hier kommt der ehrliche Vergleich.

Shopify — der schnelle Hebel mit Langzeit-Kosten

Shopify ist die meistgenutzte Shop-Plattform der Welt — kanadisch, börsennotiert, mit über 4 Millionen Shops global. Setup-Zeit für einen Basic-Shop: 2-4 Stunden. Designs als Themes (kostenlos bis 350 €), Bestell-Workflow, Versand-Anbindung — alles aus einem Guss.

Was für Shopify spricht

  • Schnellste Lieferzeit am Markt: Basic-Shop in Stunden, ernsthafter Shop in 3-5 Tagen.
  • App-Ökosystem: Über 8.000 Apps, für fast jeden Use-Case eine Lösung — von Versand-Etiketten bis KI-Berater.
  • Stabilität: 99.99% Uptime, weltweites CDN, niemand muss sich um Hosting kümmern.
  • Mobile-First-Themes: Designs sind out-of-the-box mobile-konform.

Was gegen Shopify spricht (für DACH-Mittelstand)

  • Transaktionsgebühren: Bei Verwendung externer Zahlungsanbieter (PayPal, Stripe, Klarna direkt) zahlst du an Shopify zusätzlich 0.5-2 % pro Bestellung — plus die Gebühr des Zahlungsanbieters. Bei 50k €/Monat Umsatz sind das 250-1.000 € rein an Shopify, ohne Mehrwert.
  • DSGVO-Themen: US-Cloud-Anbieter mit irischer EU-Niederlassung. AVV ist verfügbar, aber CLOUD Act bleibt ein Risiko. Für Branchen mit besonders sensiblen Daten (z.B. Apotheken, Medizinprodukte) problematisch.
  • App-Inflation: Was zunächst klein anfängt (Shopify Basic für 29 €/Monat), wächst durch App-Stacking schnell auf 200-500 €/Monat — 24 Apps mit jeweils 9-49 €/Monat ist keine Seltenheit.
  • Vendor-Lock: Theme-Code in Liquid (proprietär), App-Daten in Shopify-spezifischen Strukturen. Migration weg von Shopify ist teuer.
  • Begrenzte Anpassbarkeit: Marken-spezifische Workflows (komplexe B2B-Preise, Multi-Marken-Shop, eigene Berechnungs-Logiken) brechen schnell ab.

Shopware — DACH-Premium mit ernsthaftem Aufwand

Shopware ist deutsch (HQ Schöppingen), börsennotiert, mit über 100.000 Shops im DACH-Raum. Cloud-Variante und On-Premise-Variante, mit ernsthafter B2B-/B2C-Trennung und einem DACH-erprobten Compliance-Set (Versand-/Rückgabe-Belehrungen, KleinunternehmerInnen-Regelung, etc.).

Was für Shopware spricht

  • DACH-Compliance out-of-the-box: AGB-Generatoren, KleinunternehmerInnen-Hinweise, Lieferzeit-Standards — alles deutsch-rechtskonform.
  • B2B-Tauglichkeit: Eigene Preislisten pro Kunde, Bestellformulare, Rabatte, Mehrere Versand-Adressen — Standard.
  • Anpassbarkeit: Mit etwas PHP/JS-Know-how alles erweiterbar.
  • Marketplace: Über 4.000 Plugins/Themes, viele DACH-spezifisch.
  • Daten-Hoheit (On-Premise): Selbst-Hosting möglich, alle Daten bei dir.

Was gegen Shopware spricht

  • Setup-Aufwand: 3-8 Wochen für eine ernsthafte Implementierung, vor allem wenn B2B-Workflows angepasst werden.
  • Budget: Realistisch 12.000-35.000 € für eine professionelle Erstinstallation mit Theme-Anpassung. Plus monatliche Cloud-Lizenz oder eigenes Hosting.
  • Komplexität: Admin-UI ist mächtig, aber für Solo-Inhaber überfordernd.
  • Update-Aufwand: Major-Releases (Shopware 6 → 7 etc.) erfordern Migrations-Sprints.

Medusa — Open-Source, Headless, ohne Transaktionsgebühren

Medusa ist die jüngste der drei: Open-Source, Node.js-basiert, Headless-Architektur (Backend separat von Frontend). Entwickelt von einer dänischen Firma, seit 2024 zunehmend in DACH-Mittelstand-Use-Cases.

Was für Medusa spricht

  • Null Transaktionsgebühren: Du betreibst es selbst, niemand zwischen dir und deinem Umsatz.
  • EU-Datenresidenz: Hosting auf deinem eigenen Server in deutschem oder EU-Rechenzentrum — keine US-Cloud, kein CLOUD-Act-Risiko.
  • Headless-Architektur: Frontend kann beliebig sein (Next.js, React, eigener Stack). Marken-spezifisches Design ohne Theme-Korsett.
  • Eingebaut in Plattform: In Setups wie unserem läuft Medusa als Commerce-Engine neben CMS, DMS, Tickets, Mahnwesen — eingebaut, kein Drittsystem.
  • Open-Source: Code einsehbar, anpassbar, ohne Vendor-Lock.

Was gegen Medusa spricht

  • Setup-Know-how nötig: Du brauchst entweder eine Agentur (wie uns) oder eigene Entwickler. Nicht „in Stunden live".
  • Plugin-Ökosystem kleiner: Im Vergleich zu Shopify (8.000+ Apps) deutlich überschaubarer. Custom-Code-Anteil höher.
  • Self-Hosting-Verantwortung: Du bist für Updates, Security, Backups zuständig (oder deine Agentur ist es).
  • Reifere DACH-Compliance-Module fehlen: Kein direktes „Shopware-AGB-Generator"-Pendant. Wir liefern das bei unseren Projekten als Standard mit, aber das ist Agentur-Aufgabe.

Entscheidungs-Matrix: Welcher Stack passt zu deinem Fall

Shopify ist richtig, wenn:

  • Du jetzt schnell verkaufen willst und Compliance-Komplexität gering ist (Standard-B2C-Produkte ohne besondere DSGVO-Hürden).
  • Deine Bestellungen typisch unter 200 € liegen (Transaktionsgebühren-Effekt überschaubar).
  • Du Theme-Anpassung und Plugin-Stack selbst pflegen kannst (oder ein Solo-Inhaber bist ohne Tech-Team).
  • Deine erwartete Monats-Umsatz-Bandbreite unter 30k € liegt.

Shopware ist richtig, wenn:

  • Du B2B-Workflows brauchst (mehrere Preislisten, Bestellungen aus Formularen, Multi-Standort).
  • DACH-Compliance kritisch ist (Rechtssicherheit der AGB-Texte, Versand-Belehrungen, etc.).
  • Du ein 5-stelliges Budget für Setup hast und ein klares B2B-Geschäftsmodell.
  • Du eine fähige IT-Abteilung oder einen dauerhaften Shopware-Partner hast.

Medusa ist richtig, wenn:

  • Du eine Plattform suchst, die mit dir wächst — Shop + CMS + DMS + Buchung + KI-Berater in einem System, ein Login.
  • Du Null-Transaktionsgebühren-Architektur willst — bei 10k € Monatsumsatz spart das deutlich vierstellige Beträge im Jahr; bei 100k € Monatsumsatz fließen fünfstellige Summen an Transaktionsgebühren ab, die mit Headless-Alternativen vermeidbar sind.
  • Du EU-Datenresidenz brauchst (gesetzlich oder als Vertrauens-Anker für deine Kunden).
  • Du eine maßgeschneiderte Marken-Erfahrung brauchst, die nicht in einem Shopify-Theme-Korsett funktioniert.

Eine Praxis-Story

Ein Premium-Schmuck-Hersteller hatte vor seinem Wechsel zu uns einen Shopify Plus-Shop für 2.000 €/Monat (Shopify Plus + 16 Apps). Bei einem Monats-Umsatz von 90k € lag der Transaktionsgebühren-Anteil bei rund 1.350 € pro Monat (Shopify) plus ca. 700 € App-Kosten — also rund 2.050 € fixe Monatskosten plus Zahlungsanbieter-Gebühren.

Nach Migration auf Medusa in unserem Plattform-Setup: keine Transaktionsgebühren, eingebaute CRM + DMS + Mahnwesen-Funktionen (vorher als separate Subskriptionen für ca. 280 €/Monat), eingebaute Premium-Mail-Templates, eingebauter Booking-Stack für Beratungs-Termine. Einmal-Setup: 22.000 €. Amortisations-Rechnung: Etwa 10-12 Monate.

Wie wir entscheiden

Wir empfehlen den Stack, der zu deinem Fall passt — wir verkaufen nicht „immer Medusa". In etwa 30 % unserer Webshop-Beratungen geht der Kunde mit „Shopify reicht für dich, wir helfen dir bei der korrekten DSGVO-Konfiguration und einem premiumigen Theme" raus. In 5-10 % empfehlen wir Shopware (B2B-Use-Cases). Im Rest empfehlen wir Medusa — und liefern es als eingebauten Teil unserer Plattform.

Wenn du dir unsicher bist, was zu deinem Fall passt: frag Hannes. Er gibt ehrliche Auskunft, kein Verkaufs-Hammer.

Häufige Fragen

Was ist mit WooCommerce?
WooCommerce (WordPress-Plugin) ist die historisch dominante Open-Source-Option. Wir empfehlen es 2026 selten — Updates sind aufwendig, Performance leidet bei größeren Sortimenten, GEO-/BFSG-Konformität ist Plugin-abhängig. Für sehr kleine Sortimente (<50 Produkte) noch ok.
Kann ich Medusa-Shop später noch auf Shopify migrieren, wenn ich aussteigen will?
Ja, technisch problemlos — Produkt-Stamm und Bestell-Historie sind als JSON exportierbar. Vendor-Lock-In ist bei Open-Source-Stacks per Definition niedrig.
Ist Medusa für ein KMU mit 5-10 Bestellungen pro Tag overengineered?
Nicht in einer eingebauten Plattform-Architektur (wie unserer). Stand-alone Medusa allein für 5 Bestellungen pro Tag wäre tatsächlich Overkill — da wäre Shopify günstiger. Im Plattform-Setup (Shop + CMS + DMS + Buchung in einem) lohnt sich Medusa ab dem ersten Tag.
Wie viel Pflege braucht ein Medusa-Setup pro Jahr?
Bei uns betreut: typisch 2-4 Stunden pro Monat — Updates, Backups, kleine Anpassungen. Ohne Agentur müsste das ein eigener Tech-Mitarbeiter mit Node.js-Erfahrung machen, ca. 4-8 Stunden pro Monat.
Was ist mit Magento (Adobe Commerce)?
Magento ist für sehr große Shops geeignet (5-stellige Produktzahlen, internationale Multi-Store-Setups). Für DACH-Mittelstand fast immer überdimensioniert und teuer. Sehen wir in der Praxis hier kaum.
Was kostet eine Migration von Shopify zu Medusa?
Bei uns: Festpreis nach Audit, typisch 8.000-18.000 € für Standard-Sortimente (bis 500 Produkte) inkl. Daten-Migration, Frontend-Neubau und Bestell-Historie-Übernahme. Komplexere Sortimente oder Multi-Marken entsprechend mehr.

Das regeln wir — so sieht das bei uns aus.

Unsicher, wo deine Seite steht? Frag Hannes — er schaut sie sich an und sagt dir ehrlich, was zu holen ist.